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Wie die Bauindustrie gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen kann

Lesezeit: 8 min

COVID-19 hat Gesellschaften weltweit getroffen, Anfang März wurden international mehr als 117 Millionen Fälle gemeldet. Eine Zahl, die weiter ansteigt. Während Regierungen und Unternehmen weiterhin die Situation austarieren, bleibt noch viel zu tun.

Die Bauindustrie ist gerade jetzt wichtiger denn je. Vom rekord schnellen Aufbau von Krankenhäusern in China bis zur Spende von lebensrettenden Geräten. Die Branche spielt eine entscheidende Rolle bei der Reaktion auf die Krise und letztlich bei der Erholung. Das Baugewerbe macht 13 Prozent des globalen BIP aus, und die Freisetzung der derzeit nur begrenzt verfügbaren Arbeitskräfte könnte den Aufschwung ankurbeln und gleichzeitig unsere dringendsten baubezogenen Bedürfnisse erfüllen.

Es wurde allerdings auch gelitten. In vielen Ländern wurden Baustellen geschlossen. Die meisten Baustellen wiederum, die offen geblieben sind, hatten mit unterbrochenen Lieferketten und betrieblichen Einschränkungen zu kämpfen.

Unternehmen, die die Finanzkrise 2008 überstanden hatten, arbeiteten typischerweise schnell und fokussiert an der Produktivität (einschließlich Kostenreduzierung), setzten schnell Ressourcen um und machten mutige Schritte (einschließlich frühzeitiger Veräußerungen und Akquisitionen im Aufschwung), um sich auf die Zukunft vorzubereiten. Die führenden Unternehmen investierten stark in digitale Technologien, differenzierten ihr Produkt Portfolio und bereinigten ihre Bilanzen.

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Die Auswirkungen von COVID-19 auf Angebot, Nachfrage und Dynamik im Bau

Neben den kurzfristigen Auswirkungen eines wirtschaftlichen Abschwungs auf die Baunachfrage wird erwartet, dass sich die Krise auch langfristig auf Angebot und Nachfrage auswirken wird. Nachhaltige Verschiebungen im Investitionsverhalten sind die Folge. Während ein hohes Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit bestehen bleibt, deuteten Untersuchungen des McKinsey Global Institute darauf hin, dass die wirtschaftliche Aktivität bis Anfang 2021 wieder auf Kurs sein könnte – wenn das Virus innerhalb weniger Monate eingedämmt und die richtigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen umgesetzt worden wären. Längerfristige Sperrungen oder andere schwerwiegende Einschränkungen, auch wenn sie nur zeitweise auftreten, könnten jedoch zu einem schweren und anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung führen, wobei die wirtschaftliche Aktivität frühestens 2023 wieder das Niveau von 2019 erreichen könnte.

Einkommensverluste und mangelndes Verbrauchervertrauen wirken sich negativ auf die Nachfrage nach Wohnungsbau oder Renovierung aus. Da der Wert von Gebäuden und Infrastruktur vom BIP abhängt, reagiert der Bedarf an neuer Bautätigkeit sehr empfindlich auf das BIP-Wachstum, selbst in längerfristigen Modellen. Ein vierjähriger Einbruch könnte zum Beispiel den Anteil des Baugewerbes am BIP über den anfänglichen Rückgang hinaus deutlich reduzieren. Die Pandemie schafft auch eine Krise am Arbeitsplatz. Bauarbeiter aus dem In- und Ausland kommen möglicherweise nicht an Baustellen an und müssen sich an Protokolle halten, die die Produktivität verringern.

Kurzfristige und langfristige Trends

Kurzfristig: verstärkte Digitalisierung

Unternehmen in der gesamten Branche stellen auf Fernarbeit um. So setzen beispielsweise Designer und Ingenieure noch stärker auf digitale Kollaborationswerkzeuge. Bauunternehmer suchen nach Online-Kanälen, um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter über Apps zu verfolgen, Baumaterialien zu bestellen, knappe Ressourcen genauer zu verwalten und den Cashflow aufrechtzuerhalten.

Langfristig: verstärkte Konsolidierung

Bauexperten wollen nachhaltige Vorteile realisieren und Investitionen in IT, Arbeitskraft sowie F&E und Technologie unterstützen. Darüber hinaus werden Unternehmen und Investoren zunehmend auf Konsolidierung setzen, um ihre Bilanzen zu entlasten.

Langfristig: vertikale Integration

Bauexperten steigern ihre Effizienz durch Standardisierung und Kontrolle von Planung und Ausführung. In einer Welt nach der Krise ist die vertikale Integration (die eine Rückkehr zu mehr Direktbeschäftigung beinhalten kann) ein möglicher Weg zu mehr Widerstandsfähigkeit.

Langfristig: weitere Investitionen…

… in der Technik oder Digitalisierung und Innovation von Gebäudesystemen. Vor der Krise herrschte in der Bauindustrie Fachkräftemangel. Digitale Werkzeuge, die nachweislich die Produktivität erhöhen, wie z. B. 4D-Simulation, digitales Workflow-Management, Fortschrittsverfolgung in Echtzeit und fortschrittliche Terminoptimierung, werden in ZUkunft stärker eingesetzt. Das Marktforschungsunternehmen McKinsey erwartet, dass mehr Unternehmen in die Automatisierung von Vor-Ort- und Back-Office-Prozessen investieren werden.

Langfristig: Zunahme des Off-Site-Baus

Das Bauen in kontrollierten Umgebungen macht in einer Welt, die ein akribisches Management von Personalbewegungen und -interaktionen erfordert, nur noch mehr Sinn. Die Notwendigkeit stark reglementierter Arbeitsumfelder ist neben den bestehenden Vorteilen besserer Qualität und Geschwindigkeit nunmehr ein weiteres Argument für Off-Site-Konstruktion.

Sieben Schritte Richtung Erfolg

1. Beschleunigen Sie den Rollout und die Akzeptanz der Digitalisierung

Keine Zeit, mit der perfekten Roadmap zu experimentieren: Unternehmen müssen bewährte Remote-Anwendungen einführen. Für Generalunternehmer bedeutet das optimale Zusammenarbeit, insbesondere online. Da so viel von zu Hause aus gearbeitet wird, kann man nicht mehr kurz in das Büro eines Kollegen gehen und fragen, welcher Bauspezialist ein Angebot bekommen soll. Alles muss digital und für alle Parteien sofort klar sein. Wie? Mit 12Build Matchmaker. Mit Matchmaker sieht Ihr Unternehmen auf einen Blick, welche Bauspezialisten angefragt wurden, ob diese bereits geantwortet haben und von wem Sie ein Angebot erwarten können.

12Build macht es Bauexperten leicht, Dokumente für ein Projekt einzusehen, ohne einen USB-Stick mit sich herumtragen zu müssen. Das Praktischste daran? Alles ist sicher in der Cloud gespeichert, so dass Sie und alle Ihre Kollegen überall auf Ihre wichtigen Dokumente zugreifen können.

2. Investieren Sie in die Kultur und relevante Fähigkeiten fürs neue Normal

Die Balance zwischen Leistung und Gesundheit ist immer wichtig, aber in der heutigen Zeit ist sie entscheidend. Bauprofis müssen investieren, um nicht nur Risiken zu vermeiden, die mit der Fernarbeit verbundenen sind, sondern auch Mitarbeitern Ängste hinsichtlich ihrer Arbeitsplatzsicherheit und Produktivität zu nehmen. Jetzt ist deshalb der beste Zeitpunkt, um die gesamte Belegschaft weiterzubilden.

3. Behalten Sie den Überblick über Ihr gesamtes Geschäft

In einer Welt, in der die Baupreise unter den Hammer geraten können, müssen Unternehmen ihre Gesamtgröße nutzen, um handlungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Daher benötigen Unternehmen eine zentrale Kontrollfunktion, die Bedürfnisse im Unternehmen schnell erkennt, sodass darauf reagiert werden kann.

4. Stärken Sie die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette

Die meisten Bauunternehmen haben ihre Lieferketten schon früh in der Krise auf Schwachstellen untersucht. Nun ist es Zeit, Lösungen zur Verstärkung dieser zu prüfen – wie den Aufbau von Lagerbeständen, die Identifizierung von Back-up-Vertriebskanälen und die Einstellung von Arbeitskräften aus der Zeitarbeit. So minimieren Sie nicht nur das Risiko, sondern steigern auch die Produktivität.

5. Verteilen Sie Kapital und Ressourcen um

Um nach der Krise wieder auf die Beine zu kommen, müssen Bauunternehmen ihre Prioritäten definieren. In vielen Fällen kann die Reaktion auf COVID-19 die Möglichkeit bieten, längst überfällige Schritte zu unternehmen. Auch wenn die Schwerpunkte der Unternehmen unterschiedlich sind, so beinhalten sie doch alle Entscheidungen darüber, wo Kapital, Ressourcen und Fähigkeiten am wirtschaftlichsten eingesetzt werden sollen.

6. Suchen Sie nach Möglichkeiten, die Arbeit an einen anderen Ort zu verlegen

Zulieferer und Bauspezialisten sollten darauf setzen, Elemente in einer kontrollierten Umgebung vorzumontieren. Längerfristig könnten die geläufigsten Gebäudeelemente definiert, und modularisiert oder außerhalb des Standorts gebaut werden können. Solche Paradigmenwechsel könnten den Baustoffherstellern helfen, gemeinsam neue Produkteigenschaften zu entwickeln, die den Betrieb auf der Baustelle erleichtern. Darüber hinaus kann die Off-Site-Bauweise zu Nachhaltigkeitszielen beitragen, indem sie Materialabfälle, Lärm und Luftstaub reduziert und zur Zirkularität im Bauwesen beiträgt.

7. Seien Sie näher an Ihren Kunden dran (im übertragenen Sinne)

Die Vorlieben der Kunden verändern sich grundlegend, nämlich in Richtung Online-Handel, Telearbeit und nachhaltige Gemeinschaften. Daher ist es wichtiger denn je, am Puls der Zeit und der aktuellen (und zukünftigen) Kunden zu sein.

Eine gesunde und produktive Bauindustrie ist sowohl für die unmittelbare Krisenbewältigung als auch für die allgemeine wirtschaftliche Erholung unerlässlich. Die Bauindustrie der Zukunft sieht ganz anders aus als in der Vergangenheit. Jetzt ist es für Bauunternehmen an der Zeit, sich auf ihre Rolle in einer produktiveren und widerstandsfähigeren Industrie vorzubereiten. Möchten Sie wissen, wie 12Build Sie bei der Digitalisierung und Automatisierung unterstützen kann? Wenn ja, kontaktieren Sie uns und wir erklären es Ihnen gerne.

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Tiffany Frasa
Geschrieben von

Tiffany Frasa

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